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Benjamin Stoll – Pressebilder (ZIP-Datei 2 MB) Benjamin Stoll – Kurzbeschreibung (TXT-Datei)Theater
Begnadeter Schauspieler
Berliner Schauspieler Benjamin Stoll mit „Abraham aus Liebe“ auf der Bühne
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Brackenheim – Minutenlang steht der Mann mit erhobenem Zeigefinger der rechten Hand im Lichtkegel des Scheinwerfers. Er hat gerade das Schlimmste durchgemacht: Er sollte auf Befehl des Allerhöchsten seinen einzigen Sohn opfern. In letzter Sekunde hat ihn Jahwe vor der Vollendung der Tat gerettet.
Mit dem Ein-Personen-Stück „Abraham aus Liebe“ hat der Berliner Schauspieler Benjamin Stoll im Saal des Konrad-Sam-Gemeindehauses in Brackenheim ein vorwiegend junges Publikum mit der biblischen Geschichte des Erzvaters Abraham in ganz neuer Form konfrontiert: Abraham, 100, und seiner Frau Sara, 90, wird vom Herrn der Heerscharen die Geburt eines Kindes zugesagt – gellendes Gelächter ist die Folge. In diesem Alter noch ein Kind?
Nichts ist unmöglich
Doch bei Gott ist kein Ding unmöglich. Isaak kommt auf die Welt, und Abraham erlebt die Nöte und Freuden jedes jungen Vaters, die Aufregung in der Klinik, das schreiende Menschenbündel im Arm, das gestillt werden will. Abraham spielt mit seinem Jungen Fußball – Kanaan gegen die Philister; sie spielen Verstecken und bestaunen gemeinsam den Sternenhimmel – was Väter eben so zu tun pflegen, wenn sie gute Väter sind.
Und dann das Unverständliche: Der Herr verlangt, dass Abraham seinen unbedingten Gehorsam bezeugt und seinen Einzigen, der ihm geblieben ist, ihm zum Opfer bringt. Ist Gott meschugge? Abraham gehorcht, im letzten Augenblick verhindert der Höchste die Tat.
Benjamin Stoll ist ein begnadeter Schauspieler. Mit nichts als einem Stuhl auf der Bühne und mit wechselnden Lichtstimmungen verdeutlicht er das Leben eines Vaters, eines ganz irdischen Vaters, der weiß, wem er das späte Geschenk eines Kindes zu verdanken hat. Eines Vaters, der albern ist und eines Vaters, der tief gläubig ist. Erschütternd die Schlussszenen, in denen Stoll, selbst Vater dreier Kinder, die ganze Verzweiflung dessen in Gesten und Mimik darstellt, dessen Gehorsam auf eine solche Probe gestellt wird.
Gehorsam
Langer Beifall war dem Mimen gewiss. Bei manchem mag sich freilich die Frage eingeschlichen haben, ob Gott der Herr wirklich allwissend und allgütig ist, wenn er es braucht, eines seiner Geschöpfe auf eine solche Gehorsamprobe zu stellen. Er müsste es doch wissen, dass Abraham, der Stammvater des Volkes Israel, ihm in allem, buchstäblich allem, gehorcht.
Uwe Mundt
Eine hoch dramatische Vater-Sohn-Geschichte
Biblisches Drama modern umgesetzt / Schauspieler fasziniert Zuschauer mit Solo-Stück
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Neuenbürg. Das Theaterstück „Abraham – aus Liebe“ geht inhaltlich auf die biblische Figur Abraham zurück. Der Berliner Schauspieler Benjamin Stoll betrachtete die biblische Figur des Abraham aus der Sicht eines Vaters, dem es fast das Herz zerreißt, als er Gottes Auftrag erfüllen soll.
Brillant gespielt kamen die emotionalen Momente begleitet von pantomimischer Höchstleistung bei den 150 begeisterten Zuschauern an. Es war bewegend, wie der Schauspieler, der zugleich Autor und Regisseur des Stücks ist, den biblischen Inhalt in die Moderne geholt, seine eigenen Erfahrungen als Vater darin verarbeitet und eine hoch dramatische Vater-Sohn-Geschichte daraus gemacht hat.
Auf der Bühne, die durch verschiedene Lichteffekte unterschiedliche Perspektiven symbolisiert, spielte Stoll einerseits den 100-jährigen Abraham aus dem Alten Testament und andererseits den liebenden Vater, der das Geschehen in die Gegenwart holt. Auf diese Weise erlebt der Zuschauer mit, wie Abraham in seiner Vaterliebe durch Hoffnung und Verzweiflung geht. Inhaltlich spannt das Stück den Bogen von der Ankündigung der Geburt eines Sohnes an den 100-jährigen Abraham bis zu harten Vertrauensfrage Gottes am Schluss, als dieser die Opferung eben dieses Sohnes von Abraham verlangt, aber in letzter Sekunde dann auch verhindert.
Der Schauspieler, der selbst einen Sohn verloren hat, endet mit den Worten: „Ich weiß nicht, warum ich Ihnen das alles erzähle. Vielleicht möchte ich mich dafür entschuldigen, warum es mir so schwer gefallen ist, dem Auftrag des Herrn nachzukommen. Vielleicht verstehen Sie jetzt, was es heißt, wenn ein Vater seinen Sohn opfert – aus Liebe.“ Damit verweist das Stück am Ende auf die Liebe Gottes, die diesen Weg mit der Opferung Jesu am Kreuz konsequent zu Ende gegangen ist.
Der überwältigende Applaus am Ende der Vorstellung brachte zum Ausdruck, dass der junge Schauspieler, der auch schon in verschiedenen Fernsehproduktionen zu sehen war, sein bunt gemischtes Publikum bis zum Schluss gefesselt hat.
Marlene Trick
Vater Abrahams Solo
Benjamin Stoll faszinierte 250 Besucher mit seinem Ein-Mann-Theaterstück
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Der Berliner Schauspieler Benjamin Stoll betrachtete im evangelischen Gemeindehaus Sulz die biblische Figur Abrahams aus Sicht eines Vaters, dem es fast das Herz zerreißt, als er den Auftrag Gottes erfüllen soll. Mit brillanter Emotionalität und pantomimischer Perfektion faszinierte Stoll mit seinem Ein-Mann-Stück, für das er lediglich einen Stuhl als Requisite braucht.
Sulz. „Veranstaltung ausverkauft“ – das stand am Sonntagabend an der Eingangstür des evangelischen Gemeindehaus in der Sulzer Kanalstraße, denn mit 250 Zuschauern platzte der zur Verfügung stehende Raum fast aus allen Nähten. „Sie haben mich wahrscheinlich viel älter erwartet“, begrüßt dann Benjamin Stoll sein Publikum. „Sie haben recht, ich war alt – sehr alt ...“
Die Biblische Geschichte des hundertjährigen Abraham, dem Gott einen Sohn von seiner 90-jährigen Frau Sara verheißt, gehört zu den bekanntesten Geschichten des Alten Testaments. Doch viel zu oft wird diese Geschichte, in der Gott von Abraham dann verlangt, seinen geliebten Sohn zu opfern, nicht hinterfragt.
Benjamin Stoll war bereits Vater eines Sohnes, als er anfing, sich mit Abraham zu beschäftigen, und damit begann, ihn als Menschen mit Gefühlen lebendig werden zu lassen.
Aus zwei abwechselnden Perspektiven – die eine orientiert sich an der biblischen Erzählung, in der anderen ist Stoll ein liebender Vater, der das Geschehen in die Gegenwart holt – lässt der Schauspieler den Zuschauer miterleben, wie Abraham in seiner Vaterliebe durch Hoffnung und Verzweiflung geht.
Er habe das Stück auch schon vor Moslems und Juden gespielt, erzählt Benjamin Stoll im Gespräch mit Ruth Wandel, und so fängt er auch am Anfang der Geschichte an: „Wissen Sie, meine Frau und ich, wir konnten keine Kinder bekommen, und wenn der Herr einem verheißt, Vater zu werden, dann sieht man sich herausgefordert.“
Und Stoll gibt auch dem ersten Sohn Abrahams, den er mit seiner Magd zeugte, einen Platz in Abrahams Herzen, verschweigt nicht, wie schwer es ihm fällt, Ismail zusammen mit seiner Mutter wegzuschicken. „Pass gut auf deine Mutter auf“, so gibt er Ismail den Segen, bevor die beiden aufbrechen.
In emotionsgeladenen Monologen, die durch Stolls herausragende pantomimische Umsetzung als Gespräche zwischen mehreren Personen wahrgenommen werden, baut der Mime in Sekundenschnelle Spannung auf, die er durch blitzschnelle interaktionen wieder entlädt.
Beim Fußballspiel oder beim Verstecken flitzt Stoll zur Überraschung aller durch die Zuschauerreihen, um Isaak zu suchen, und jeder glaubt es ihm aufs Wort: „Können Sie sich vorstellen, wie mir der Kleine ans Herz gewachsen ist?“
In der nächsten Szene dann der verzweifelte Aufschrei: „Was? Du willst den einzigen Sohn, der mir geblieben ist?“ Jeder konnte mitfühlen, wie verzweifelt Abraham gewesen sein muss, aufgerieben zwischen der Nachfolge des Herrn und der Liebe zu seinem Sohn.
Isaak folgt ihm, er trägt sogar das Holz, doch spätestens als er die Hände auf den Rücken binden lassen soll, lässt er sich auch von Abrahams besorgter Frage – „Ist es zu fest?“ – nicht täuschen. Er fühlt den Vertrauensbruch, und als dann der WIdder auftaucht, läuft Isaak weg. „Isaak, wo willst du hin?“ Benjamin Stoll verharrt als Abraham in der Dunkelheit und lässt die Situation für sich aufs Publikum wirken.
Dann sein Schluss: „Ich weiß auch nicht, warum ich Ihnen das alles erzähle. Vielleicht möchte ich mich dafür entschuldigen, warum es mir so schwer gefallen ist, dem Auftrag des Herrn nachzukommen. Vielleicht verstehen Sie jetzt, was es heißt, wenn ein Vater seinen einzigen Sohn opfert – aus Liebe.“
Für Benjamin Stoll war es eine Herausforderung, die Aspekte von Vertrauen – Folgen – Gehorsam aus dem Alten Testament mitten in unser Leben zu stellen, dem Abraham menschliche Züge zu verleihen, ihn als liebenden Vater annehmen zu können und auch seine Schwächen nicht zu verschweigen.
Im Interview kommt Stoll auch auf Jesus zu sprechen: „Gott hat seinen einzigen Sohn hingegeben – der Weg dahin war wahnsinnig schwer.“ Berührend auch Benjamin Stolls Schlussworte: „Ich möchte was mitgeben, was mich persönlich berührt und bewegt.“
Anastasia Vollmer
Biblisches Drama modern gespielt
Benjamin Stoll hat das Stück »Abraham aus Liebe« selber geschrieben / Theateraufführung in Sulz
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Sulz. Das Theaterstück »Abraham aus Liebe« basiert auf der biblischen Geschichte. Schauspieler und Autor Benjamin Stoll hat den Stoff in die Moderne geholt, seine eigenen Erfahrungen darin verarbeitet und daraus eine bewegende Vater-Sohn-Geschichte gemacht.
Das Interesse an dem Stück war riesengroß. Einige Zuschauer im evangelischen Gemeindehaus mussten sogar mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.
Abraham im Kreißsaal: Es ist die Szene gleich zu Beginn. »Warum schreit die denn«, ruft Abraham und greift nach einer Zigarette. Stoll gelingt es, die Distanz zu seinem Protagonisten zu wahren und ihn damit auch mit Humor darstellen zu können. Der Kreißsaal beschert dem Publikum aber auch einen ungemein intensiven Moment. Dann nämlich, als Abraham seinen Sohn zum ersten Mal im Arm hält. Dieser Abraham kann aber auch ziemlich einschüchternd wirken. Immerhin betrachten ihn mit den Juden und den Muslimen gleich zwei Weltreligionen als ihren Stammvater. Stoll befreit ihn in seinem Stück von diesem historischen Ballast und konzentriert sich auf die Beziehung zu seinem Sohn Isaac. Abraham gibt dabei ganz den liebevollen, modernen Vater, auch wenn er gelegentlich sein Alter ironisiert. Er spielt mit seinem Sohn Fußball, Verstecken oder erklärt ihm den Sternenhimmel.
Der Ausgang des biblischen Stücks ist bekannt: Abraham soll seinen Sohn opfern, und Gott entbindet ihn erst im allerletzten Moment von dieser Bürde.
Der Autor hat allerdings im Vergleich zur biblischen Geschichte den Fokus verändert: Er will zeigen, dass ein solch dramatisches Ereignis keine Vater-Sohn-Beziehung unbeschadet lässt.
Während er seinen Sohn fesselt, schreit Abraham immer wieder: »Schau mich nicht an.« Die Verzweiflung, die er dabei zeigt, rührt zutiefst.
Stoll hat selbst einen Sohn verloren. »In diesem Stück flossen persönliche Erfahrungen ein«, gibt er denn im Interview nach dem Auftritt auch zu. Auf der Bühne zeige er aber keine echten Gefühle. »Da muss man als Schauspieler Abstand nehmen. Sonst geht man drauf.« Egal wie er es macht: Sein Spiel geriet überaus eindrucksvoll.
Jens Sikeler
Die Ausbildung geht an die Substanz
Benjamin Stoll hat in Ulm Theaterschauspiel studiert / In Sulz führt er das Stück »Abraham aus Liebe« auf
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Sulz/Berlin. Benjamin Stoll ist James-Bond-Fan. Einmal den Bösewicht zu spielen, das wäre eine Wunschrolle. Für den Superagenten 007 käme er, wie er selbstkritisch zugibt, wohl nicht in Frage. »Ich bin nicht britisch genug«, meint er.
Der 29-jährige Schauspieler, der am 5. Oktober in Sulz das selbst geschriebene Stück »Abraham aus Liebe« aufführt, hat schon in manchen Fernsehproduktionen mitgewirkt. Unter anderem sah man ihn in der ARD-Komödie »Niete zieht Hauptgewinn« mit Christiane Hörbiger.
Stoll wohnt inzwischen in Berlin. Geboren wurde er in Freudenstadt, aufgewachsen ist er in Tübingen, Filderstadt und Sulz. Das Abitur machte er am Rottweiler Leibnitz-Gymnasium, weil er dort, was in Sulz nicht möglich war, Sport als Leistungsfach belegen konnte. Ursprünglich dachte er daran, Mathematik und Sport im Lehramt zu studieren. Dann aber merkte er: »Mathe ist nichts für mich, das ist zu einseitig. In mir steckt der künstlerische Drang.«
Das Schultheater schreckte vor einer Schauspielerlaufbahn jedoch eher ab. Vielleicht lag es am Lehrer, der die Theater-AG leitete. Dass die Schüler im Unterricht außerdem nur literarisch an Theaterwerke herangeführt wurden, fand Benjamin Stoll auch nicht so gut. Gespielt hat er trotzdem, so bei Theateraufführungen des evangelischen Jugendwerks. Er schrieb auch schon eigene Stücke.
Eine Freundin hat ihn dann zum Schauspielstudium an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm ermuntert. Es war kein leichter Weg, den er sich gewählt hatte. »Die Ausbildung geht an die Substanz«, so Stoll. Wer Schauspieler werden will, müsse hart an sich arbeiten und nicht selten auch über den eigenen Schatten springen. Und nach dem Studium gilt es, auf dem freien Markt Fuß zu fassen. Stoll: »Das ist sehr schwierig und funktioniert nur mit Vitamin B« – also den richtigen Beziehungen.
Benjamin Stoll will als Charakterdarsteller weiterkommen und Menschen mit seiner Kunst bewegen. Doch auch das Komödiantische liegt ihm. Sein Abraham-Stück ist zwar ernst und tragisch, hat aber auch seine humoristischen Seiten. Vor vier Jahren hat der Autor das Einmann-Stück erstmals in einer Kurzversion aufgeführt, um es dann weiter auszubauen. Es dauert jetzt etwa eine Stunde. Die Aufführung in Sulz ist am Sonntag, 5. Oktober um 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus.
Marzell Steinmetz
Abraham ist auch nur ein Mensch
Das Alltägliche in der biblischen Geschichte
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Parsau (tru). Es stand wirklich nur Benjamin Stoll auf der Bühne. Und er hatte wirklich nur einen einfachen weißen Stuhl als Requisite. Und sein Kostüm war wirklich nur eine schwarze Hose und ein weißes Hemd. Aber die biblische Geschichte von Abraham hatte garantiert noch niemand aus dem Publikum in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde je so gehört.
Besser gesagt erlebt. Eine einfach Methode nimmt der Zuschauer mit: Benjamin Stoll wechselt zwischen Abraham, der seine Geschichte erzählt und dabei den Blickkontakt sucht, und Abraham, der seine Geschichte erlebt. Immer wieder holt Stoll die ferne biblische Erzählung in die Gegenwart, in den Alltag. So wie er die Arme hält, sieht man das Baby förmlich darin liegen. Und so, wie er die Augen auf eine unsichtbare Person neben sich richtet, sieht man Isaak neben ihm liegen und die Sterne zählen.
Was Abraham durchgemacht haben mag, als er seinem Sohn die Hände verband, um ihn auf Gottes Geheiß zu opfern, fühlt der Zuschauer mit, wenn Stoll verzweifelt fragt: „Ist es auch nicht zu fest?“ In der Bibel schickt Gott in der letzten Sekunde einen Widder, den Abraham statt seines Sohnes opfert. Und der Abraham auf der Bühne in Parsau sagt nach der Wendung: „Ich weiß nicht, warum ich Ihnen das alles erzähle. Vielleicht, damit Sie verstehen, dass ich auch nur ein Mensch bin.“
Der letzte Satz schickt das Publikum nachdenklich nach Hause: „Vielleicht verstehen Sie jetzt, was es heißt, wenn ein Vater seinen einzigen Sohn opfert – aus Liebe.“
Ergreifendes Theater in allen Höhen und Tiefen
„Abraham aus Liebe“ – Operaton C e. V. holt die biblische Figur auf die Bühne im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Welzheim
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Welzheim. Ergreifender Abend: Operation C e. V. holte die biblische Figur Abraham ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Welzheim.
Die Bühne ist finster. Der Klang der Ouvertüre erfüllt den Raum. Die Spannung im Publikum ist spürbar. Dann erstrahlt die Bühne in hellem Licht. Auf der Bühne nur ein schlichter Stuhl und der Hauptakteur des Abends: „Sie haben mich wahrscheinlich viel älter erwartet“ – so beginnt Schauspieler Benjamin Stoll aus Berlin sein Soloprogramm in der Rolle des Abraham. Und dann taucht er ein in seine Geschichte – in die Geschichte eines Vaters voller Liebe und Leidenschaft.
Dabei erscheint Abraham nie als historisch verstaubte Figur des Alten Testaments. Seine Gefühle, Ängste und Zweifel verleihen der Figur ihre Menschlichkeit und geben dem Besucher die Möglichkeit, sich in ihr wiederzufinden. Neben tiefen Gefühlen des Zweifelns, der Angst oder gar der Wut übersetzen humorvolle Passagen die Geschichte in die Gegenwart.
Im Zentrum steht die Beziehung Abrahams zu seinem ihm einzig noch gebliebenen und von Gott so spät verheißenen Sohn. Mit ihm durchlebt Abraham ein Wechselbad der Gefühle. Er erinnert sich ans Fußballspielen und Verstecken, an die unzähligen Fragen Isaaks unter dem nächtlichen Sternenhimmel, aber auch an ie schwerste Prüfung in seinem langen Leben. Seinen einzigen Sohn soll er Gott anstelle eines Opfertiers geben. Mit schwerem Herzen, aber treu im Glauben begibt sich der liebevolle und zutiefst leidende Vater auf die für Isaak wohl letzte Reise. Innerlich zerrissen errichtet er den Altar. Er nimmt das Messer im festen Glauben, dass sein Gott auch in dieser Situation eingreifen wird. Und es geschieht. Mit einem Schrei der Verzweiflung und zugleich Befreiung fällt Abraham zu Boden. Gott steht zu seiner Verheißung und lässt Isaak am Leben. Und er sorgt für den Widder, genau wie er später seinen einzigen Sohn Jesus Christus als Lamm für die Schuld der gesamten Menschheit opfern wird.
Stoll überzeugt
Benjamin Stoll begeistert an diesem Abend mit einer in allen Belangen überzeugenden Darbietung. Von Anfang an gelingt es ihm, die Brücke zum Zuschauer zu schlagen und diesen mit ins Geschehen zu integrieren. Er erlernte sein Handwerk an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm und im Rahmen seiner Ausbildung für Film und Fernsehen in Berlin. Neben seinen Soloprojekten ist er auf vielen Theaterbühnen, mit Rollen in Film und Fernsehen sowie als Regisseur, Autor und Seminarleiter tätig. Und er steht mit beiden Beinen im Leben. Er – selbst Vater von drei Söhnen – spielt an diesem Abend Abraham, doch gleichermaßen sein eigenes Leben, seine Erfahrungen, seine Gefühle. Das macht ihn authentisch und sympathisch.
(Welzheimer Zeitung, 09.07.08)Einblicke in ein Wechselbad der Gefühle
Biblisches Theater voller Dramatik: „Abraham aus Liebe“ in der Freien Evangelischen Gemeinde Renningen
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Renningen. Die Geschichte von Abraham und Isaak aus dem Alten Testament ist Thema eines Theaterabends in der Freien Evangelischen Gemeinde gewesen. Ein nicht nur für die Bühne schwieriger Stoff, den der Schauspieler Benjamin Stoll überraschend neu interpretiert hat.
„Schau nach unten! Sieh mich nicht an!“, schreit Abraham in tiefer Verzweiflung seinen vor ihm liegenden, gefesselten Sohn an. In der Hand hält er das Messer. Es ist der Moment, kurz bevor er zustoßen, seinen eigenen Sohn opfern will – weil Gott es ihm befohlen hat. Eine schreckliche Szene, bei der man sich als Zuschauer lieber nicht in die Gefühlswelt des liebenden Vaters versetzt. Ganz still ist es im Gemeindesaal in der Renninger Bahnhofsstraße. Trotz der brütenden Hitze an einem der heißesten Abende des Jahres sind rund fünfzig Zuhörer zum Theater und Musikabend mit dem Titel „Abraham aus Liebe“ gekommen.
Nur ein Darsteller steht an diesem Abend auf der winzigen Bühne: Benjamin Stoll, Jahrgang 1979, aus Berlin. Stoll hat in Ulm Schauspiel studiert und anschließend in Berlin eine Ausbildung in Schauspiel für Film und Fernsehen absolviert. Neben seinen Solo-Projekten ist er als Regisseur, Autor von Hörspielen und Seminarleiter tätig.
Stoll ist Vater von drei Söhnen im Alter von fünf Monaten bis viereinhalb Jahren. Das Stück hat er selbst geschrieben. „Kurz nach der Geburt meines ersten Sohnes ist mir die Idee gekommen“, erzählt er. Die Gefühlsebene hinter der in der Bibel sehr sachlich beschriebenen Geschichte von Abraham und Isaak hat den jungen Autor interessiert. „Ohne Frömmelei“ wollte er sich der Geschichte nähern, die tiefen Emotionen herausarbeiten. Trotz der Hitze trägt er eine schwarze Hose und ein langärmliges weißes Hemd; als einzige Requisite genügt ihm ein alter Holzstuhl. Obwohl die Bühne im Gemeindesaal denkbar klein ist, schafft er es, sie durch sein Spiel imaginär zu erweitern.
Der Zuschauer sieht den fast hundertjährigen Abraham, der zunächst ungläubig lacht, als er von Gott erfährt, dass seine neunzigjährige Frau Sarah noch ein Kind erwarten soll. Stolls Abraham könnte auch heute leben, flachst er doch über eine Greisin als Mutter, die beim Stillen das Kind bequem auf den Schoß legen könne. Immer wieder wechselt die Darstellung zwischen Erzählung und Rückblenden. Farbige Lichtwechsel deuten verschiedene Zeitebenen an. Der Zuschauer erlebt zunächst den Menschen und Vater Abraham. Er ist erfüllt von Liebe zu seinem Sohn – um so unfassbarer ist die Forderung nach dem Menschenopfer. Abraham schwankt zwischen Hoffnung, Glauben und Zweifel. Er hadert mit Gott und bietet sich selbst als Opfer an.
Stoll gelingt es, dieses Wechselbad der Gefühle überzeugend darzustellen. In seinem Spiel lotet er die Tiefen hinter der bekannten biblischen Geschichte aus. Umrahmt wird sein Stück an diesem Abend von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Vereins Operation C e. V.: Daniel Börnert als Moderator und den stimmlich sehr professionell wirkenden Sängerinnen Christina und Dorothea Grupp. Sie intonieren zu Playback-Musik melodiöse, christliche Pop-Arrangements. Die Liedtexte werden parallel per Beamer an die Wand projiziert. Die Mitglieder des christlichen Vereins aus Altdorf stehen zum ersten Mal zusammen mit Benjamin Stoll auf der Bühne. Gemeinsam zeigen sie, dass Theater gut geeignet ist, auch christliche Inhalte für die Zuschauer neu und bewegend zu vermitteln.
Anke Sindermann
Workshops und Seminare
Der Weg führte Hunderte nach Holzhausen
Brillante Darsteller und Tänzer begeisterten beim aufwändig inszenierten Musical in der Panoramahalle
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Vor allem durch seine Verbindung von Bibelpassagen, Filmausschnitten und Szenen aus dem Leben Jugendlicher, wie sie sich überall abspielen können, regte das Musical „Der Weg“ zum Nachdenken an. Regisseur Benjamin Stoll konnte sich mit dem Team und den Darstellern über ausverkaufte Aufführungen und ein begeistert applaudierendes Publikum in Holzhausen freuen.
Holzhausen. Viel Vorarbeit hatten die Helfer bei der Abdunklung der Panoramahalle, die Darsteller, Tänzer und das Technik-Team hinter sich, als Regisseur Benjamin Stoll vor der ersten Musicalaufführung am Samstagnachmittag zum Blick hinter die Kulissen einlud. Spannend und geheimnisvoll mutete der Blick von der Bühne in die mit viel technischem Gerät gespickte „Backstube“ an, wo sich die Darsteller gerade für die Aufführung schminkten.
Der Publikumsraum in der Holzhauser Panoramahalle war schon eine halbe Stunde vor Beginn voll besetzt, und auch bei dem drei weiteren Aufführungen am Samstagabend und am Sonntag zeugten je mehr als 400 vorverkaufte Karten von großem Interesse am Musical „Der Weg“. „Für die Samstagabendveranstaltung wurden bereits 480 Karten im Vorverkauf verkauft“, freute sich der Sulzer Dekan Claus-Dieter Stoll, der Vater des Musical-Regisseurs Benjamin Stoll.
Wie im Konzerthaus wurde es zu Beginn der Vorstellung dunkel. Ute Grommes vom evangelischen Jugendwerk Sulz begrüßte die Zuschauer zur „Botschaft, die Ihnen vielleicht für Ihren eigenen Weg einen neuen Weg eröffnet“.
„Der Weg ist das Ziel“, so lautet ein Sprichwort. Ein Weg entlang einer Frühlingswiese lenkte die Gedanken des Publikums auf dieses Stillleben. „Immer wieder haben sich Menschen auf den einen Weg begeben, von dem uns ein Jahrtausende altes Buch erzählt, um zum Ziel zu kommen“, spricht eine Stimme im Hintergrund. Binnen Sekunden findet sich der Zuschauer inmitten einer Party wieder, wie sie überall ablaufen könnte. Die gerade 18-jährige Lena (Elisabeth Gelinas) wird von ihrer Freundin Sandy (Charissa Drodofsky) unter die Fittiche genommen. Spaß haben soll sie, die Flasche in der Hand würde ihr dabei helfen. Als Ex-Freund Lukas auftaucht, wird er als religiöser Spinner hinausgeekelt. Lena gefällt es nicht, wie die Clique Lukas behandelt, doch noch fehlt ihr der Mut, das offen zu sagen. Betrunken liegt sie schließlich am Straßenrand und wird von Alpträumen heimgesucht. Beeindruckend wurde diese Szene der inneren Kämpfe mit tänzerischen Elementen umgesetzt. Choreografisch perfekt erarbeitet wurde auch die Verbindung eines auf der Leinwand eingeblendeten Films über Jesus und die Passionsgeschichte, parallel zur Handlung des Musicals. Insbesondere die Kreuzigung, die Todesstunde Jesu („Es ist vollbracht“) und das Wunder der Wiederauferstehung wurden mit ausdrucksreichen simultanen tänzerischen Elementen auf der Bühne mit in die Handlung hineingenommen.
Mit ausdrucksstarker Stimme gab Elisabeth Gelinas in der Rolle der Lena ihrem inneren Zwiespalt in beeindruckenden Soli Raum. Begnadete Tänzerinnen setzten Lenas Gefühle in bewegte Szenen um. Perfekt wurde im Musical der Wechsel zwischen Szenen unseres Alltags, in dem auch jahrtausendealte Zitate aus der Bibel noch nichts an Bedeutung verloren haben, Filmszenen aus Jesu Leben und der Wandlung der Clique verbunden. Elemente wie Provokation, Gewalt und Vergebung wurden sehr realistisch in Szene gesetzt. In der Schlussszene richtet sich Lena an jeden einzelnen: „Eine Frage hab ich noch: Bist Du auf dem richtigen Weg?“
Anastasisa Vollmer
Über viele Hindernisse zum Ziel
Das Musical »Der Weg« will eine christliche Botschaft vermitteln / Vier ausverkaufte Vorstellungen
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Sulz-Holzhausen. Vier Vorstellungen, viermal ausverkauft: Das Musical »Der Weg«, aufgeführt in der Holzhauser Panoramahalle, war mit insgesamt knapp 2000 Besuchern das Großereignis am vergangenen Wochenende in Sulz.
Es ist ein Musical mit einer christlichen Botschaft: Zwar gibt es viele Wege, doch nur ein Weg führt hin zu Gott. Dies wird am Beispiel von Lena, einer jungen Studentin, gezeigt. Es ist kein gerader und ebener Weg, auf dem sie schließlich ans Ziel kommt. Zweifel und Versagensängste plagen sie. Lena will ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Auf der einen Seite ist da ihr Ex-Freund Lukas, ein überzeugter Christ, der Lena mit geradezu missionarischem Eifer bekehren will. Auf der anderen Seite die diabolische Sandy, die für ihre Anhängerschaft coole Partys mit viel Alkohol veranstaltet. Lukas ist hier mit seinem »Jesus-Quatsch« der krasse Außenseiter. In diesem Spannungsfeld spitzt sich die Situation zu. Lukas, mal wieder gehänselt, rastet aus und schlägt Bastian mit einem gezielten Kinnhaken nieder. Von Liebe hat er geredet, aber Gewalt praktiziert. Er muss sich Scheinheiligkeit vorwerfen lassen.
Die Bühne der Panoramahalle ist ganz in Schwarz gehalten. Für die Handlung werden nur wenige Requisiten benötigt, aber dennoch ist ständig etwas fürs Auge geboten. Regisseuer Benjamin Stoll erzeugt mit Scheinwerferlicht gezielt hell-dunkle Kontraste und damit Stimmungen. Auch lässt er weiße und schwarze Gestalten auftauchen, gute und böse Geister, die Lenas innere Zerissenheit symbolisieren. Auf der Leinwand werden Teile eines Jesus-Films eingeblendet, parallel zur Handlung auf der Bühne.
Die beiden gut agierenden Hauptdarsteller Elisabeth Gelinas und Johannes Sikler singen und spielen gleichzeitig, unterstützt vom Chor. Die Musik, von psychedelischen Elementen durchdrungen, ist rockig – sie fetzt bisweilen ganz ordentlich. Die Lieder selber sind melodiös und eingängig komponiert. Beeindruckend auch die Choreographie: Die Tanzformation sorgt für Action auf der Bühne.
Die große Frage ist: Kann Lukas Lena wirklich helfen? Die Antwort folgt im zweiten Teil der Aufführung. Es stellt sich heraus, dass Lukas sein Leben nicht im Griff hat. Auch er wird zum Zweifler: »Warum lässt du zu, dass Leute wie Sandy immer wieder die Nase vorne haben«, klagt er Gott.
Die Leidensgeschichte Jesus, die sich auf der Leinwand abspielt, bringt die Wende in Lenas Leben. Sie erkennt: »Gnade heißt, beschenkt zu werden, obwohl wir das Gegenteil verdient hätten«. Und sie betont: »Lukas hat mit seinem Jesus Recht«. Die Verliererin am Ende ist Sandy, die wütend abzieht.
Minutenlang konnten sich die Darsteller am Ende des Musicals über den lautstarken Applaus des Publikums freuen. Veranstalter der aufwendigen Musical-Produktion war die evangelische Kirchengemeinde Sulz.
Marzell Steinmetz
Meditatives Bühneschrubben
SWR-Journalist Christoph Zehendner interviewte Regisseur Benjamin Stoll
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Christoph Zehendner, bekannt als Hörfunkjournalist beim SWR, kennt Benjamin Stoll aus der Gemeinschaft künstlerisch arbeitender Christen „Das Rad“. Der ebenfalls als Autor und Liedtexter bekannte Journalist war am Sonntagabend vor der vierten Aufführung des Musicals „Der Weg“ nach Holzhausen gekommen, um Benjamin Stoll zu interviewen.
Holzhausen. Die Menschen strömten in Scharen in die Halle, man könnte schon fast sagen, sie stürmten die Holzhauser Panoramahalle. Jede Vorstellung des aufwändig inszenierten Musicals „Der Weg“ war fast bis über die Hallenkapazität hinaus belegt. Allein am Samstagabend waren 550 Menschen dabei, so Claus-Dieter Stoll, Sulzer Dekan und Vater des Regisseurs Benjamin Stoll. Ein Riesenerfolg für die Veranstalter (wir berichteten).
Aufgrund des nicht abreißen wollenden Publikumsstroms wurde das Interview mit Benjamin Stoll so lange aufgeschoben, bis alle Plätze belegt waren. Schließlich betrat im Spot des Scheinwerfers Christoph Zehendner die Bühne und begrüßte das Publikum. „Wir werden einen wegweisenden Abend erleben“, versprach er.
Normalerweise höre man ihn, Zehendner, ja eher im SWR-Radio über „Stefan Mappus und seine 40 Räuber“ berichten, stellte er sich vor, und wandte sich umgehend weiter scherzend an Benjamin Stoll, den er zuvor beim Bühne schrubben beobachtet hatte: „Du bist ganz gelassen …“ – „ … ein Zeichen dafür, dass Bühne schrubben völlig meditativ ist“, gab Benjamin Stoll zurück.
Im Folgenden ging Stoll auf die Entstehungsgeschichte des Musicals „Der Weg“ ein, die am Anfang eine Idee von Daniel Börnert und Manuel Becker war. 20 starke Songs hätten sie im Kasten gehabt, aber noch keine Handlung. Nur die Protagonisten Lukas und Lena gab’s schon.
„Ein Musical ist immer schön, wenn eine Liebesgeschichte dahinter steckt“, so ging Benjamin Stoll die Sache an. „Wär ich nie drauf gekommen“, frotzelte Zehendner.
Seit 2007 ist Benjamin Stoll als Regisseur des Musicals dabei. Für ihn ist es dabei vor allem interessant, die Entwicklung der Darsteller mitzuerleben. Es seien Profis, angehende Profis, Semiprofis und Neulinge auf der Bühne. Manche seien erst seit Donnerstag dabei. „Den Prozess zu sehen, den jeder durchmacht, das ist für mich das Spannendste“, so Stoll.
„Ist es schwer, in der ersten Reihe zu sitzen und nicht mitmachen zu können?“ So fragte Zehendner den Schauspieler Stoll. Der schmunzelte nur: „Ich genieße es, Regisseur zu sein. Ich glaube, dass ich die meisten Rollen nicht mehr spielen könnte.“ „Zu alt?“ Und damit holte Zehendner auch schon zum Schlusspfiff aus: „Die Greise ziehen sich zurück und lassen die Jugend ran.“
Anastasisa Vollmer
Ein Weg mit vielen Stolpersteinen
Musical erzählt Geschichte von Lukas und Lena / Benjamin Stoll führt Regie / Aufführungen finden im April statt
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Sulz. Lukas ist Christ, Lena ist Agnostikerin, für sie spielt der Glaube an Gott keine Rolle. Er will sie bekehren, aber das kann nicht gutgehen. Lukas und Lena sind die Hauptfiguren des Musicals »Der Weg«, das am 10. und 11. April 2010 in der Panoramahalle Holzhausen gezeigt werden soll.
Veranstalter ist die evangelische Kirchengemeinde Sulz zusammen mit dem Projektteam Musical »Der Weg«. Regie führt der in Berlin lebende Schauspieler Benjamin Stoll, Sohn von Gerdi und Dekan Claus-Dieter Stoll. Im Oktober vergangenen Jahres hat er in Sulz das von ihm verfasste Ein-Mann-Stück »Abraham« aufgeführt.
Benjamin Stoll ist auch Mitautor des Musicals. Daniel Börnert und Manuel Becker schrieben und komponierten die Songs. Die Erstaufführung war 2007, inzwischen läuft die dritte Staffel. Die Mitwirkenden sind halb-professionelle Schauspieler, Sänger und Tänzer. Die Musik kommt zwar vom Band, aber gesungen wird live. Die insgesamt mehr als 20 Darsteller stammen aus dem süddeutschen Raum und waren großteils schon bei früheren Aufführungen dabei.
Hinter dem Musical steckt der Verein »Operation C« mit Sitz in Welzheim (Kreis Waiblingen). Er setzt sich ein für kreative Evangelisation. »Der Weg« ist auch ein christliches Musical, das sich mit der Beziehung zweier Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens auseinandersetzt. »Ein schnulziges Happy-End wird es nicht geben«, versichert Benjamin Stoll, »es ist kein Kitsch«. Der Regiseur will einen Glauben vermitteln, der nicht irgendwelchen Klischees entspricht, sondern dazu in der Lage ist, den Menschen positiv zu verändern.
Stück beschreibt den Glauben ohne Klischees
So wird es auch spannend sein, den Weg von Lukas und Lena zu verfolgen. Er sieht für beide einige Stolpersteine vor. Lena gibt sich dem Partyleben hin. Lukas versucht ihr zu helfen, scheitert aber an seinem missionarischem Eifer. Bekommt ihre Liebe am Ende doch noch eine neue Chance? Ausschnitte des Jesusfilms »Passion of John« ergänzen Tanz und Gesang.
Benjamin Stoll wird bereits Oktober in Holzhausen bei einer Pro-Christ-Veranstaltung auftreten, diesmal mit einem Comedy-Programm.
WEITERE INFORMATIONEN:
Die Aufführungen finden am Samstag/Sonntag, 10./11. April 2010, jeweils um 15 und 20 Uhr statt.
Marzell Steinmetz
Der Profi rät: Die Rollen leben
Schauspieler Benjamin Stoll leitet Theaterworkshop in Parsau
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Parsau (tru). Eine Bank und zwei Fremde, die beide die Bank für sich haben wollen. Das ist die Ausgangssituation. Ob ein Penner der Geschäftsfrau auf die Pelle rückt oder der Jogger der jungen Frau mit Einkaufstüten sein schweißnasses Handtuch beinahe durchs Gesicht wischt – jedes der acht acht Zweierteams beim Theaterworkshop in der Parsauer Freikirche erarbeitete seine eigene Szene. Zunächst ohne Worte.
Authentisch und echt
„Wir wollten unsere Gottesdienstkultur erweitern“, begründet Pastor Albrecht Dienersberger den Workshop. Wenn Spielszenen die Gottesdienste bereichern, „sollen die Schauspieler authentisch und echt spielen“. Deshalb hatte die Gemeinde den Berliner Schauspieler Benjamin Stoll eingeladen.
Stoll definiert zunächst den Ist-Zustand: „Bei vielen Laienschauspielern schleicht sich eine Theatralik ein, die mit der Realität nichts mehr zu tun hat und die Zuschauer nicht erreicht.“ Deshalb sollen die Workshop-Teilnehmer lernen, ihre Rollen zu leben. Stoll zeigt, wie ein echter Raucher eine Zigarette hält: „Zwischen Zeigefinger und Mittelfinger, ungefähr in Höhe des ersten Gelenks.“ Damit der Zuschauer weiß, dass der Schauspieler raucht, obwohl er nichts in den Händen hält.
Einen Tag lang haben die 16 Teilnehmer an ihren Szenen gefeilt, haben sie sich gegenseitig vorgeführt, Lob und Verbesserungsvorschläge gehört. Dann kommt die Sprache dazu. Jedes Team hatte sich gleich zu Beginn des Workshops einen Kurzen Dialog überlegt. Mit den Szenen haben diese Dialoge auf den ersten Blick gar nichts zu tun. Und doch will Stoll, dass jedes Team den Dialog zur von ihm erarbeiteten Szene über die umkämpfte Bank spricht.
Das ist der Alltag
Im Gespräch mit der AZ erklärt er: „Auch im Alltag findet direkte Kommunikation selten statt.“ Er bringt das Beispiel vom Frühstückstisch: „Einer hinter der Zeitung, der andere an der Kaffeemaschine. Scheinbar vertraute Personen bleiben sich im Alltag oft fremd.“ Wie die beiden, die um die Parkbank kämpfen. Womit Stolls Ziel erreicht wäre: „Theater spiegelt Alltag wider.“
(Aller-Zeitung, 01.09.08)Schauspieler zu Gast
Wildenholzer LOGO-Team durfte sich etwas abgucken
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WILDENHOLZ. Anlässlich des 50. LoGo-Gottesdienstes – „LoGo“ steht für „lockerer Gottesdienst“ –, welcher in der Schnelldorfer Frankenlandhalle abgehalten worden war, weilte jetzt mit Benjamin Stoll auch ein ausgebildeter Schauspieler beim LoGo-Team, der die ambitionierten Laienschauspieler nicht nur in die Welt der Schauspielkunst einführte, sondern bei manchen Stücken auch Regie führte.
Wegen des kleinen Jubiläums waren jetzt noch einmal – neben neu einstudierten Szenen – die Höhepunkte aus den vergangenen fünf Jahren seit Bestehen der LoGo-Gottesdienste ins Programm aufgenommen worden. Mit Einführung dieser modernen Art von Gottesdienst bildete sich in Schnelldorf und Wildenholz neben einer Musik-Combo auch eine kleine Laienschauspielgruppe.
Von den eigentlichen Gründungsmitgliedern sind Anja Rauch und DOris Stecher noch heute mit dabei. Im Laufe der Jahre hat die Gruppe ihr Gesicht verändert und ist auf inzwischen sechs Theaterdamen angewachsen. Tanja Hausmann, Ute Kohr, Bettina Wagemann und Diana Fischer bilden heute den festen Stamm, welcher bei jedem Gottesdienst mindestens ein Theaterstück aufführt.
Dabei werden die Drehbücher für die einzelnen Szenen selbst geschrieben. In drei bis vier Abenden werden die kurzen Stücke mit einer Spieldauer von fünf bis zehn Minuten einstudiert und uraufgeführt. Auch Herren wären in der Gruppe herzlich Willkommen, so die Akteurinnen. Somit nahm der Wildenholzener Pfarrer Jochen Pickel als Regisseur vom Dienst bisher den einzigen männlichen Part ein, lässt man die vielen fleißigen Helfer im Hintergrund des LoGo-Teams außer Acht.
Dies änderte sich jetzt aber durch die Anwesenheit des 26-jährigen Schwaben Benjamin Stoll, welcher seit vier Jahren als ausgebildeter Schauspieler in Berlin lebt. Dieser weilte jetzt ein Wochenende lang zu einem „Regie-Workshop“ in Wildenholz und Schnelldorf, um speziell bei zwei neuen Theaterstücken mitzuarbeiten – nicht aber um selbst mitzuspielen. Die Kontakte zwischen den Beteiligten waren während eines alljährlich stattfindenden Seminars für Schauspiel, Gesang und Tanz in Schwäbisch Gmünd hergestellt worden.
Stoll war dort als Referent für Theater vor Ort, wo er auf Anja Rauch von der hiesigen Laienspielgruppe traf. Seine Ausbildung begann Benjamin Stoll an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm. Nach knapp vier Jahren schloss sich dem im Jahr 2002 eine Weiterbildung zum Schauspieler für Film und Fernsehen (dem so genannten „Camera-Actin“) in Berlin an.
Zuletzt auch im ZDF
In eigener Produktion tritt der Akteur heute als Solokünstler im Bereich „Comedy“ auf und produziert eigene Hörspiele für Kinder. Bei christlichen Kindersendungen hat er auch schon selbst Regie geführt. Im Mittelpunkt seines Wirkens steht jedoch, den eigenen Glauben in die Arbeit einzubringen, um sein Umfeld „zum Mitdenken“ zu animieren.
Auch mit einem Improvisationstheater war der Jungschauspieler schon auf Tournee. Neben mehreren Kurzfilmen im Hochschulbereich wirkte Stoll bei der fünfteiligen Fernsehserie „3 (B)engel für JesusHouse“ mit, welche im Rahmen einer evangelischen Jugendveranstaltung europaweit über Satelit übertragen worden war. Bei „Streit um Drei“ war Stoll zuletzt im ZDF zu sehen.
Bei er Laienschauspielgruppe in Schnelldorf-Wildenholz verfeinerte Stoll mit Stimm- und Sprechübungen sowie gruppendynamischen Abhandlungen die künstlerische Ausdruckswiese der Aktiven. Die Idee, mit mehreren Kirchengemeinden die Gottesdienste auf diese Art und Weise zu bereichern, findet Stoll „ausgezeichnet“. Erstaunt habe ihn das „hohe Niveau“, auf dem die Laiengruppe ihr Talent und ihre spielerische Krativität unter Beweis stellen.
Durch seine Qualifikation möchte er die Teilnehmer unterstützen und ihnen Impulse verleihen. Wichtig sei aber vor allem, den Spaß am Schauspiel nicht außer Acht zu lassen. Mit Verweis auf die hohe Zahl von Zuschauern während der LoGo-Gottesdienste, findet Stoll die Bezeichnung „Laienschauspieler“ fast schon abwertend. Zahlreiche christliche Themen wie Ehebruch und Lebenszeit standen jetzt im Mittelpunkt der „Best-of-Aufführungen“.
Überschwänglich war deshalb auch die Begeisterung der über 300 Zuschauer nach Beendigung des 150-minütigen Jubiläumsprogrammes mit dem Schwerpunkt „Theater und Musik“ in der Frankenlandhalle. Auch Moderator Jochen Pickel und Schauspieler Benjamin Stoll zeigten sich überwältigt von der Resonanz dieser Veranstaltung. In einer spontanen Schlussrede hatte Stoll besonders die Improvisationskunst der Akteure während einer längerfristigen technischen Panne herausgestellt, welche vorzüglich „überspielt“ worden war.
Comedy & Magic
Ein rundum zauberhafter Abend
Kurzweiliges Trick-Programm mit Tiefgang – Dem Glauben Ausdruck verleihen
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Ein verschwundenes Ei, rote Bälle, die sich wie durch Zauberhand vermehren, verknotete Tücher, die in einem Klingelbeutel ihre Reihenfolge ändern, verblüfften am Samstag das Publikum.
Die kleinen und großen Zuschauer staunten nicht schlecht über die Künste der christlichen Zauberkünstler, die im Spitalhof aufgetreten waren. Manchmal brauchen Zauberkünstler eine Assistentin. So ließ sich die kleine Pia nicht zwei Mal auf die Bühne bitten. Ausgestattet mit Zaubermantel und Zylinder assistierte sie dem Kinderzauberer Peter Schmidt. Mit dem Zauberstab in der Hand sowie dem einfachsten und zugleich stärksten Zauberwort „Bitte“ veränderten sie zusammen die Reihenfolge verknoteter Tücher. Obwohl die zahlreich erschienenen Kinder wie die Erwachsenen den christlichen Zauberkünstlern genau auf die Finger schauten, verschwanden dennoch Eier, Bälle oder Knoten und tauchten wieder auf.
Durch den abwechslungsreichen, kurzweiligen und im doppelten Sinn zauberhaften Varietéabend führte Conferencier Benjamin Stoll. „Kinder sind das kritischste Publikum“, sagte der künstlerische Leiter der Gemeinschaft christlicher Zauberkünstler. „Sie lassen sich nichts vormachen.“ Der ausgebildete Schauspieler und seine Zauberkollegen sind bekennende Christen, die ihren Glauben mit der Freude an der Zauberkunst verbinden wollen. „Zaubern und angrenzende Kleinkunstsparten wie Comedy sind für uns kreative und visuelle Methoden, um Mitmenschen die Bibel und ihre wichtigen Aussagen über die Beziehung zwischen Mensch und Gott näher zu bringen. Das nennen wir ‚Gospelmagic‘.“
Eine im positiven Sinn magische Wirkung übte Peter Hensel mit seiner Vorführung auf das Publikum aus. Er verknotete ein Seil, zerschnitt es in mehrere Teile, um am Ende wieder ein ganzes zu haben. Seine auserwählte Assistentin Susanne hatte beim Becherspiel ein wachsames Auge. Dennoch lagen plötzlich Äpfel statt der drei Kugeln unter den Gefäßen. „Wir arbeiten mit optischen und psychologischen Täuschungen“, sagte der Künstler Hensel. „Aber lassen Sie sich nicht so leicht täuschen.“ Nicht wirklich wurde der Bauch der jungen Christiane Schmid, die in einer Kiste stand, vom Künstler Alexander Schwarz nach außen geschoben. „Wir arbeiten mit Alltagsgegenständen, wollen Fragen stellen und Anregungen geben“, ergänzte Stoll. „Jeder Künstler präsentiert dabei seine Zauberkunst in seinem individuellen Stil. Er wird seine ganz persönliche, zu ihm und seinem Publikum passende Art finden, die christliche Botschaft mit der Kunst zu verbinden.“
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