Presse-Artikel: Theater

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Eine hoch dramatische Vater-Sohn-Geschichte

Biblisches Drama modern umgesetzt / Schauspieler fasziniert Zuschauer mit Solo-Stück

[Pressebild von Benjamin Stoll beim Theaterstück „Abraham aus Liebe“ in Neuenbürg] vollständigen Artikel runterladen

Neuenbürg. Das Theaterstück „Abraham – aus Liebe“ geht inhaltlich auf die biblische Figur Abraham zurück. Der Berliner Schauspieler Benjamin Stoll betrachtete die biblische Figur des Abraham aus der Sicht eines Vaters, dem es fast das Herz zerreißt, als er Gottes Auftrag erfüllen soll.
Brillant gespielt kamen die emotionalen Momente begleitet von pantomimischer Höchstleistung bei den 150 begeisterten Zuschauern an. Es war bewegend, wie der Schauspieler, der zugleich Autor und Regisseur des Stücks ist, den biblischen Inhalt in die Moderne geholt, seine eigenen Erfahrungen als Vater darin verarbeitet und eine hoch dramatische Vater-Sohn-Geschichte daraus gemacht hat.
Auf der Bühne, die durch verschiedene Lichteffekte unterschiedliche Perspektiven symbolisiert, spielte Stoll einerseits den 100-jährigen Abraham aus dem Alten Testament und andererseits den liebenden Vater, der das Geschehen in die Gegenwart holt. Auf diese Weise erlebt der Zuschauer mit, wie Abraham in seiner Vaterliebe durch Hoffnung und Verzweiflung geht. Inhaltlich spannt das Stück den Bogen von der Ankündigung der Geburt eines Sohnes an den 100-jährigen Abraham bis zu harten Vertrauensfrage Gottes am Schluss, als dieser die Opferung eben dieses Sohnes von Abraham verlangt, aber in letzter Sekunde dann auch verhindert.
Der Schauspieler, der selbst einen Sohn verloren hat, endet mit den Worten: „Ich weiß nicht, warum ich Ihnen das alles erzähle. Vielleicht möchte ich mich dafür entschuldigen, warum es mir so schwer gefallen ist, dem Auftrag des Herrn nachzukommen. Vielleicht verstehen Sie jetzt, was es heißt, wenn ein Vater seinen Sohn opfert – aus Liebe.“ Damit verweist das Stück am Ende auf die Liebe Gottes, die diesen Weg mit der Opferung Jesu am Kreuz konsequent zu Ende gegangen ist.
Der überwältigende Applaus am Ende der Vorstellung brachte zum Ausdruck, dass der junge Schauspieler, der auch schon in verschiedenen Fernsehproduktionen zu sehen war, sein bunt gemischtes Publikum bis zum Schluss gefesselt hat.
Marlene Trick

(Der Enztäler, 15.10.08)