Presse-Artikel: Theater
zurück zur ÜbersichtAbraham ist auch nur ein Mensch
Das Alltägliche in der biblischen Geschichte
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Parsau (tru). Es stand wirklich nur Benjamin Stoll auf der Bühne. Und er hatte wirklich nur einen einfachen weißen Stuhl als Requisite. Und sein Kostüm war wirklich nur eine schwarze Hose und ein weißes Hemd. Aber die biblische Geschichte von Abraham hatte garantiert noch niemand aus dem Publikum in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde je so gehört.
Besser gesagt erlebt. Eine einfach Methode nimmt der Zuschauer mit: Benjamin Stoll wechselt zwischen Abraham, der seine Geschichte erzählt und dabei den Blickkontakt sucht, und Abraham, der seine Geschichte erlebt. Immer wieder holt Stoll die ferne biblische Erzählung in die Gegenwart, in den Alltag. So wie er die Arme hält, sieht man das Baby förmlich darin liegen. Und so, wie er die Augen auf eine unsichtbare Person neben sich richtet, sieht man Isaak neben ihm liegen und die Sterne zählen.
Was Abraham durchgemacht haben mag, als er seinem Sohn die Hände verband, um ihn auf Gottes Geheiß zu opfern, fühlt der Zuschauer mit, wenn Stoll verzweifelt fragt: „Ist es auch nicht zu fest?“ In der Bibel schickt Gott in der letzten Sekunde einen Widder, den Abraham statt seines Sohnes opfert. Und der Abraham auf der Bühne in Parsau sagt nach der Wendung: „Ich weiß nicht, warum ich Ihnen das alles erzähle. Vielleicht, damit Sie verstehen, dass ich auch nur ein Mensch bin.“
Der letzte Satz schickt das Publikum nachdenklich nach Hause: „Vielleicht verstehen Sie jetzt, was es heißt, wenn ein Vater seinen einzigen Sohn opfert – aus Liebe.“
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