Presse-Artikel: Theater
zurück zur ÜbersichtDie Ausbildung geht an die Substanz
Benjamin Stoll hat in Ulm Theaterschauspiel studiert / In Sulz führt er das Stück »Abraham aus Liebe« auf
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Sulz/Berlin. Benjamin Stoll ist James-Bond-Fan. Einmal den Bösewicht zu spielen, das wäre eine Wunschrolle. Für den Superagenten 007 käme er, wie er selbstkritisch zugibt, wohl nicht in Frage. »Ich bin nicht britisch genug«, meint er.
Der 29-jährige Schauspieler, der am 5. Oktober in Sulz das selbst geschriebene Stück »Abraham aus Liebe« aufführt, hat schon in manchen Fernsehproduktionen mitgewirkt. Unter anderem sah man ihn in der ARD-Komödie »Niete zieht Hauptgewinn« mit Christiane Hörbiger.
Stoll wohnt inzwischen in Berlin. Geboren wurde er in Freudenstadt, aufgewachsen ist er in Tübingen, Filderstadt und Sulz. Das Abitur machte er am Rottweiler Leibnitz-Gymnasium, weil er dort, was in Sulz nicht möglich war, Sport als Leistungsfach belegen konnte. Ursprünglich dachte er daran, Mathematik und Sport im Lehramt zu studieren. Dann aber merkte er: »Mathe ist nichts für mich, das ist zu einseitig. In mir steckt der künstlerische Drang.«
Das Schultheater schreckte vor einer Schauspielerlaufbahn jedoch eher ab. Vielleicht lag es am Lehrer, der die Theater-AG leitete. Dass die Schüler im Unterricht außerdem nur literarisch an Theaterwerke herangeführt wurden, fand Benjamin Stoll auch nicht so gut. Gespielt hat er trotzdem, so bei Theateraufführungen des evangelischen Jugendwerks. Er schrieb auch schon eigene Stücke.
Eine Freundin hat ihn dann zum Schauspielstudium an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm ermuntert. Es war kein leichter Weg, den er sich gewählt hatte. »Die Ausbildung geht an die Substanz«, so Stoll. Wer Schauspieler werden will, müsse hart an sich arbeiten und nicht selten auch über den eigenen Schatten springen. Und nach dem Studium gilt es, auf dem freien Markt Fuß zu fassen. Stoll: »Das ist sehr schwierig und funktioniert nur mit Vitamin B« – also den richtigen Beziehungen.
Benjamin Stoll will als Charakterdarsteller weiterkommen und Menschen mit seiner Kunst bewegen. Doch auch das Komödiantische liegt ihm. Sein Abraham-Stück ist zwar ernst und tragisch, hat aber auch seine humoristischen Seiten. Vor vier Jahren hat der Autor das Einmann-Stück erstmals in einer Kurzversion aufgeführt, um es dann weiter auszubauen. Es dauert jetzt etwa eine Stunde. Die Aufführung in Sulz ist am Sonntag, 5. Oktober um 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus.
Marzell Steinmetz
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