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Der Weg führte Hunderte nach Holzhausen

Brillante Darsteller und Tänzer begeisterten beim aufwändig inszenierten Musical in der Panoramahalle

[Weiteres Pressebild (Südwest Presse) von Benjamin Stoll als Regisseur beim Musical DER WEG] vollständigen Artikel runterladen

Vor allem durch seine Verbindung von Bibelpassagen, Filmausschnitten und Szenen aus dem Leben Jugendlicher, wie sie sich überall abspielen können, regte das Musical „Der Weg“ zum Nachdenken an. Regisseur Benjamin Stoll konnte sich mit dem Team und den Darstellern über ausverkaufte Aufführungen und ein begeistert applaudierendes Publikum in Holzhausen freuen.

Holzhausen. Viel Vorarbeit hatten die Helfer bei der Abdunklung der Panoramahalle, die Darsteller, Tänzer und das Technik-Team hinter sich, als Regisseur Benjamin Stoll vor der ersten Musicalaufführung am Samstagnachmittag zum Blick hinter die Kulissen einlud. Spannend und geheimnisvoll mutete der Blick von der Bühne in die mit viel technischem Gerät gespickte „Backstube“ an, wo sich die Darsteller gerade für die Aufführung schminkten.
Der Publikumsraum in der Holzhauser Panoramahalle war schon eine halbe Stunde vor Beginn voll besetzt, und auch bei dem drei weiteren Aufführungen am Samstagabend und am Sonntag zeugten je mehr als 400 vorverkaufte Karten von großem Interesse am Musical „Der Weg“. „Für die Samstagabendveranstaltung wurden bereits 480 Karten im Vorverkauf verkauft“, freute sich der Sulzer Dekan Claus-Dieter Stoll, der Vater des Musical-Regisseurs Benjamin Stoll.
Wie im Konzerthaus wurde es zu Beginn der Vorstellung dunkel. Ute Grommes vom evangelischen Jugendwerk Sulz begrüßte die Zuschauer zur „Botschaft, die Ihnen vielleicht für Ihren eigenen Weg einen neuen Weg eröffnet“.
„Der Weg ist das Ziel“, so lautet ein Sprichwort. Ein Weg entlang einer Frühlingswiese lenkte die Gedanken des Publikums auf dieses Stillleben. „Immer wieder haben sich Menschen auf den einen Weg begeben, von dem uns ein Jahrtausende altes Buch erzählt, um zum Ziel zu kommen“, spricht eine Stimme im Hintergrund. Binnen Sekunden findet sich der Zuschauer inmitten einer Party wieder, wie sie überall ablaufen könnte. Die gerade 18-jährige Lena (Elisabeth Gelinas) wird von ihrer Freundin Sandy (Charissa Drodofsky) unter die Fittiche genommen. Spaß haben soll sie, die Flasche in der Hand würde ihr dabei helfen. Als Ex-Freund Lukas auftaucht, wird er als religiöser Spinner hinausgeekelt. Lena gefällt es nicht, wie die Clique Lukas behandelt, doch noch fehlt ihr der Mut, das offen zu sagen. Betrunken liegt sie schließlich am Straßenrand und wird von Alpträumen heimgesucht. Beeindruckend wurde diese Szene der inneren Kämpfe mit tänzerischen Elementen umgesetzt. Choreografisch perfekt erarbeitet wurde auch die Verbindung eines auf der Leinwand eingeblendeten Films über Jesus und die Passionsgeschichte, parallel zur Handlung des Musicals. Insbesondere die Kreuzigung, die Todesstunde Jesu („Es ist vollbracht“) und das Wunder der Wiederauferstehung wurden mit ausdrucksreichen simultanen tänzerischen Elementen auf der Bühne mit in die Handlung hineingenommen.
Mit ausdrucksstarker Stimme gab Elisabeth Gelinas in der Rolle der Lena ihrem inneren Zwiespalt in beeindruckenden Soli Raum. Begnadete Tänzerinnen setzten Lenas Gefühle in bewegte Szenen um. Perfekt wurde im Musical der Wechsel zwischen Szenen unseres Alltags, in dem auch jahrtausendealte Zitate aus der Bibel noch nichts an Bedeutung verloren haben, Filmszenen aus Jesu Leben und der Wandlung der Clique verbunden. Elemente wie Provokation, Gewalt und Vergebung wurden sehr realistisch in Szene gesetzt. In der Schlussszene richtet sich Lena an jeden einzelnen: „Eine Frage hab ich noch: Bist Du auf dem richtigen Weg?“
Anastasisa Vollmer

(Südwest Presse, 12.04.10)