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Wildenholzer LOGO-Team durfte sich etwas abgucken
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WILDENHOLZ. Anlässlich des 50. LoGo-Gottesdienstes – „LoGo“ steht für „lockerer Gottesdienst“ –, welcher in der Schnelldorfer Frankenlandhalle abgehalten worden war, weilte jetzt mit Benjamin Stoll auch ein ausgebildeter Schauspieler beim LoGo-Team, der die ambitionierten Laienschauspieler nicht nur in die Welt der Schauspielkunst einführte, sondern bei manchen Stücken auch Regie führte.
Wegen des kleinen Jubiläums waren jetzt noch einmal – neben neu einstudierten Szenen – die Höhepunkte aus den vergangenen fünf Jahren seit Bestehen der LoGo-Gottesdienste ins Programm aufgenommen worden. Mit Einführung dieser modernen Art von Gottesdienst bildete sich in Schnelldorf und Wildenholz neben einer Musik-Combo auch eine kleine Laienschauspielgruppe.
Von den eigentlichen Gründungsmitgliedern sind Anja Rauch und DOris Stecher noch heute mit dabei. Im Laufe der Jahre hat die Gruppe ihr Gesicht verändert und ist auf inzwischen sechs Theaterdamen angewachsen. Tanja Hausmann, Ute Kohr, Bettina Wagemann und Diana Fischer bilden heute den festen Stamm, welcher bei jedem Gottesdienst mindestens ein Theaterstück aufführt.
Dabei werden die Drehbücher für die einzelnen Szenen selbst geschrieben. In drei bis vier Abenden werden die kurzen Stücke mit einer Spieldauer von fünf bis zehn Minuten einstudiert und uraufgeführt. Auch Herren wären in der Gruppe herzlich Willkommen, so die Akteurinnen. Somit nahm der Wildenholzener Pfarrer Jochen Pickel als Regisseur vom Dienst bisher den einzigen männlichen Part ein, lässt man die vielen fleißigen Helfer im Hintergrund des LoGo-Teams außer Acht.
Dies änderte sich jetzt aber durch die Anwesenheit des 26-jährigen Schwaben Benjamin Stoll, welcher seit vier Jahren als ausgebildeter Schauspieler in Berlin lebt. Dieser weilte jetzt ein Wochenende lang zu einem „Regie-Workshop“ in Wildenholz und Schnelldorf, um speziell bei zwei neuen Theaterstücken mitzuarbeiten – nicht aber um selbst mitzuspielen. Die Kontakte zwischen den Beteiligten waren während eines alljährlich stattfindenden Seminars für Schauspiel, Gesang und Tanz in Schwäbisch Gmünd hergestellt worden.
Stoll war dort als Referent für Theater vor Ort, wo er auf Anja Rauch von der hiesigen Laienspielgruppe traf. Seine Ausbildung begann Benjamin Stoll an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm. Nach knapp vier Jahren schloss sich dem im Jahr 2002 eine Weiterbildung zum Schauspieler für Film und Fernsehen (dem so genannten „Camera-Actin“) in Berlin an.
Zuletzt auch im ZDF
In eigener Produktion tritt der Akteur heute als Solokünstler im Bereich „Comedy“ auf und produziert eigene Hörspiele für Kinder. Bei christlichen Kindersendungen hat er auch schon selbst Regie geführt. Im Mittelpunkt seines Wirkens steht jedoch, den eigenen Glauben in die Arbeit einzubringen, um sein Umfeld „zum Mitdenken“ zu animieren.
Auch mit einem Improvisationstheater war der Jungschauspieler schon auf Tournee. Neben mehreren Kurzfilmen im Hochschulbereich wirkte Stoll bei der fünfteiligen Fernsehserie „3 (B)engel für JesusHouse“ mit, welche im Rahmen einer evangelischen Jugendveranstaltung europaweit über Satelit übertragen worden war. Bei „Streit um Drei“ war Stoll zuletzt im ZDF zu sehen.
Bei er Laienschauspielgruppe in Schnelldorf-Wildenholz verfeinerte Stoll mit Stimm- und Sprechübungen sowie gruppendynamischen Abhandlungen die künstlerische Ausdruckswiese der Aktiven. Die Idee, mit mehreren Kirchengemeinden die Gottesdienste auf diese Art und Weise zu bereichern, findet Stoll „ausgezeichnet“. Erstaunt habe ihn das „hohe Niveau“, auf dem die Laiengruppe ihr Talent und ihre spielerische Krativität unter Beweis stellen.
Durch seine Qualifikation möchte er die Teilnehmer unterstützen und ihnen Impulse verleihen. Wichtig sei aber vor allem, den Spaß am Schauspiel nicht außer Acht zu lassen. Mit Verweis auf die hohe Zahl von Zuschauern während der LoGo-Gottesdienste, findet Stoll die Bezeichnung „Laienschauspieler“ fast schon abwertend. Zahlreiche christliche Themen wie Ehebruch und Lebenszeit standen jetzt im Mittelpunkt der „Best-of-Aufführungen“.
Überschwänglich war deshalb auch die Begeisterung der über 300 Zuschauer nach Beendigung des 150-minütigen Jubiläumsprogrammes mit dem Schwerpunkt „Theater und Musik“ in der Frankenlandhalle. Auch Moderator Jochen Pickel und Schauspieler Benjamin Stoll zeigten sich überwältigt von der Resonanz dieser Veranstaltung. In einer spontanen Schlussrede hatte Stoll besonders die Improvisationskunst der Akteure während einer längerfristigen technischen Panne herausgestellt, welche vorzüglich „überspielt“ worden war.
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